Tepuys
 
Über die Tafelberge
Besonders bekannt und besuchenswert ist die "Gran Sabana" ganz im südosten des Landes. Diese ist eine über 1000 m hohe durch Gebirgsketten umschlossene weite Hochfläche, die bei dem Grenzstädtchen Santa Elena De Uairen nach Brasilien hinübergreift.

Den Indianern aus dem Umland der Tepuys galten die Berge als Wohnstätte ihrer Götter und einer Vielzahl übernatürlicher Wesen. Erst seit kurzem wagen sich die Uhreinwohner als Träger und Führer weisser Forscher und Abenteurer auf die wenigen Tafelberge die überhaupt zugänglich sind.

Die Gesteine des 450 000 Km2 umfassenden Gebietes stammen aus der Erdurzeit. Weil dieses Gebiet ein Gebirgsblock ist aus uraltem Gestein, wurde es durch Verwitterung und anschliessender Abtragung abgeflacht und eingeebnet; weite Flächen und flache Täler bestimmen den Character des Guayanagebietes.
Typische Bergformen der Gran Sabana sind die Tepuys, flach abgeschnittene Tafelberge, die sich über einen schräg ansteigenden Fuss mit fast senkrechten Wänden erheben. Die Tepuys wirken in der sonst flachwelligen Landschaft unvermittelt und fast fremdartig. Ebenso unvermittelt steht man oft genug plötzlich am Rande eines Wasserfalls.
Richard Schomburg beschrieb das Land der Tafelberge 1844 in seinem Reisewerk:
"...Zahllose Wasserfälle stürzen sich von den flachen Gipfeln herab, und die feurigste Beschreibung wird immer nur ein Schatten gegen die wahrhaft imposante, unendlich grosse Wirklichkeit mit den donnernden und schäumenden Cataracten, mit der wunderbaren , zauberhaften Tropenvegetation der Basis bleiben.... ....mit stiller Bewunderung staunte ich die vor meinen Augen sich ausbreitenden Gebirgsmassen, mit ihren schäumenden Wasserbändern an, bis sie mir plötzlich wieder durch einen neidischen Nebelschleier verhüllt wurden.... ... Die Augen waren fortwährend auf den Roraima gerichtet, und alles andere neben und vor uns weniger achtend erreichten wir endlich den Gebirgsstock desselben und begannen diesen auf einer der von Wald entblössten Fläche, zwischen kolossalen Sandsteinblöcken in den phantastischsten Formen, zu besteigen. Je höher wir stiegen, um so schöner und überraschender ward die Vegetation des Bodens und der uns umgebenden Sandsteinblöcke, welche letzteren sich, wo sich irgend etwas Erde in den Spalten gesammelt , namentlich eine eigentümliche Pflanzenform, mit starken lederartigen Blätern zum Standort gewählt...... ..... Der Nebel verwandelte sich rasch in einen Wolkenbruch ähnlichen Niederschlag...... ....Zitternd vor Kälte preisgegeben dem heftigen Regenguss, suchten wir so schnell als möglich usere Zeltdächer aufzuschlagen , um dann unser dringendes Verlangen nach Wärme durch Feuer zu befriedigen.....

Geologie
Das gesamte Guayana-schild, besteht aus metamorphen Grundgestein, vor allem Granit und Gneis. Es erstreckt sich südlich vom Orinoco bis in das nördliche Brasilien und von British Guyana bis zur venezolanisch-kolumbianischen Grenze. Dieses Grundgestein wurde vor erdgeschichtlich langer Zeit durch Aufschmelzungs- und Abkühlungsvorgänge tief im Erdinneren gebildet. Es ist eines der ältesten der gesamten Erdkruste und formte den westlichen Teil des ehemaligen Superkontinents Gondwana, einschliesslich Westafrika. Seine Fortsetzung findet es heute weit im Süden , südlich des Amazonasbeckens als Brasilianisches Schild. Der "junge" Amazonas hat sich in dieses gigantische Schild hineingefressen und es ebenso geteilt wie der Atlantik.

Sedimentablagerung:
Vor etwa 1.6 bis 1 Milliarde Jahren wurde das Granitgestein mit unzähligen Schichten von sedimentären Sanden bedeckt. Die horizontalen Sandschichten wurden stark komprimiert, durch Kieselsäure und verschiedene Prozesse zusammengebacken, bis sie eine Mächtigkeit von mehreren tausend Metern erreichte. Heute wird die Formation als Roraima Quarzit/Sandstein bezeichnet. Das absolute Fehlen jeglicher Fossilien bestätigt die Entstehung in präkambrischer Zeit.
Gewaltige Errosionsvorgänge im Laufe der Jahrmilliarden liessen das Sandsteinplateu erodieren und zerklüften. Heute zeugen nur noch die legendären isoliert stehenden Tafelberge, die Tepuys, von diesem einstigen gewaltigen Sandsteinplateus.
 

nach oben

©  -KAMADAC-   Calle Urdaneta,  Santa Elena de Uairen 8011-001,  Estado Bolivar, VENEZUELA.
Tel : +58 (289) 9951408,  (414) 8866526,   (414) 9581422, mail:  kamadac@cantv.net